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Erste Fachanwendungen starten 2020

Elektronischer Arztausweis

Hier erhalten Sie Informationen rund um das Thema elektronischer Arztausweis.

Rückblick

Bereits Mitte der 90er Jahre wurde die Idee des elektronischen Arztausweises geboren, der neben der reinen Sichtausweisfunktion auch elektronische Funktionen bereitstellen soll. Anfang der 2000er Jahre war es die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die eine Einführung bis Anfang 2006 forderte. Zehn Jahre nach dem geplanten Einführungstermin trat das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) in Kraft. Der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wollte mit dem Gesetz „den Fortschritt im Gesundheitswesen vorantreiben". Neben der bundesweiten und flächendeckenden Einführung der Telematik-Infrastruktur (TI) in Arztpraxen und Krankenhäusern bis Mitte 2018 wurde die schrittweise Einführung von Anwendungen geregelt, die den Einsatz eines elektronischen Arztausweises voraussetzten.

Funktionen und Anwendungen

Voraussichtlich im Jahr 2020 ist nun damit zu rechnen, dass das Schreiben des Notfalldatensatzes und des Medikationsplanes auf die elektronische Gesundheitskarte der Patienten zur Verfügung stehen wird.

Nach 25 Jahren hätte dann der elektronische Arztausweis seine ersten praktischen Anwendungen im ärztlichen Alltag.

Dazu werden die folgenden elektronischen Funktionen des elektronischen Arztauseises genutzt:

  • Authentifikation
    Gegenüber Computersystemen kann sich der Inhaber ausweisen und so Zugriff erhalten, wenn es vom Computersystem unterstützt wird.
  • Verschlüsselung
    Der Absender kann seine Daten digital unlesbar machen, sodass ein Versand über öffentliche Netze wie das Internet erfolgen kann. Das Verfahren stellt sicher, dass nur der Empfänger die Daten lesen kann.
  • Elektronische Unterschrift
    Digitale Schriftstücke jeder Art können elektronisch und rechtsverbindlich unterschrieben werden. Das Ausdrucken und die händische Unterschrift entfallen.
  • Zugriff auf die Daten der elektronische Gesundheitskarte
    Die auf einer elektronischen Gesundheitskarte gespeicherten medizinischen Daten sollen nur von Ärzten, Apothekern, Zahnärzten und anderen „health professionals“ gelesen werden können. Dazu ist ein Health Professional Card (eHBA) in der jeweiligen Ausprägung erforderlich. Bei den Ärzten ist es der elektronische Arztausweis.

Nebenbei erfüllt der elektronische Arztausweis auch die klassische Sichtausweisfunktion.

Herausgabe und Anbieter

Die Herausgabe des elektronischen Arztausweises regelt das Gesetz über die Kammern für Heilberufe Sachsen-Anhalt und überträgt die Aufgabe der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

In Abstimmung mit den anderen deutschen Ärztekammern wurde ein Rahmenvertragsmodell erarbeitet. Jeder Anbieter, der die technischen Anforderungen gegenüber der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) nachweisen und die Anforderungen des Rahmenvertrages gegenüber der Bundesärztekammer erfüllen kann, darf elektronische Arztausweise produzieren.

Seit dem Jahr 2016 können die Mitglieder der Ärztekammer Sachsen Anhalt elektronische Arztausweise der Firma Medisign beziehen. Dabei handelt es sich um einen Vorläuferausweis, der bis auf den Zugriff auf die elektronische Gesundheitskarte alle weiteren Funktionen unterstützt.

Ende August 2019 wurde mit T-Systems der zweite Hersteller für den Erwerb von elektronischen Arztausweisen freigeschaltet. Dieser Ausweis unterstützt alle spezifizierten Funktionen.

Mit der Bundesdruckerei und ATOS stehen zwei weitere Anbieter in den Startlöchern. Sie stehen vor dem Abschluss der Zulassungsverfahren.

Beantragung

Voraussetzung für die Beantragung ist ein Zugang zum Portal für Kammermitglieder der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Liegt noch kein Zugang vor, dann unter folgendem Link die Registrierung erfolgen: https://webportal.aeksa.de/public/registrieren2/

Im Menü „Meine Daten“ steht der Punkt „eArztausweis beantragen“ zur Verfügung. Nach erfolgreichem Abgleich der in der Ärztekammer gespeicherten Personendaten mit denen des Personalausweises und der Abfrage nach der Weitergabe der Produktionsinformation an die KV Sachsen-Anhalt, werden in zufälliger Reihenfolge die Anbieter aufgelistet. Internetverknüpfungen hinter den Anbietern führen direkt zu den Angebotsseiten. Dort stehen Informationen zu den aktuellen Konditionen der zugelassenen Anbieter (Medisign, T-Systems Stand August 2019) zur Verfügung.

Der gewünschte Anbieter muss ausgewählt und mit Weiter die Bearbeitung fortgesetzt werden. Im Hintergrund wird ein Antrag in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt erstellt und die Stammdaten an den gewählten Anbieter übertragen. Bei T-Systems erfolgt eine direkte Weiterleitung zum vorbefüllten Antrag. Bei Medisign wird der Antrag mit einem Zeitversatz von ca. 10 Minuten als Mitteilung im Portal für Kammermitglieder bereitgestellt.

Ist man im vorbefüllten Antrag beim Anbieter, dann müssen dort Informationen ergänzt werden. Nach der Vervollständigung des Antrages muss dieser ausgedruckt und ein Identifikationsverfahren durchgeführt werden. Beide Anbieter bieten das PostIdent-Verfahren an. Medisign bietet zusätzlich das Apo-Ident an, das für Kunden der Deutschen Apotheker- und Ärztebank zur Verfügung steht. Details werden im Antragsprozess bei den Anbietern mitgeteilt.

Die Antragsunterlagen werden je nach Verfahren an die Ärztekammer Sachsen-Anhalt oder direkt an den Anbieter gesendet. Das ergibt sich aus den ausgedruckten Formularen. Nach Prüfung der Unterlagen und der Erteilung der Produktionsfreigabe durch die Ärztekammer Sachsen-Anhalt als Herausgeber, werden die elektronischen Arztausweise produziert und dem Kammermitglied zugestellt.