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30 Jahre Ärztliche Selbstverwaltung in Sachsen-Anhalt:

Ärztliche Selbstverwaltung wird durch politischen und wirtschaftlichen Einfluss im Handeln eingeschränkt

Pressemitteilung vom 13. August 2020

Magdeburg/Ärztekammer. Vor 30 Jahren haben einige engagierte Gründungsmitglieder die heute bestehende ärztliche Selbstverwaltung gegründet und aufgebaut. Die Situation war für die Ärzteschaft damals nicht einfach, denn das Gesundheitswesen befand sich im Umbruch. Massenentlassungen in den bestehenden Polikliniken standen auf der Tagesordnung. Ärzte mit eigener Praxis gab es bis dahin kaum. In diesem Umfeld entstand am 15. August 1990 die Ärztekammer als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Nach nunmehr 30 Jahren Selbstverwaltung ist diese selbstgeschaffene Autonomie und Eigenverantwortlichkeit zur Selbstverständlichkeit geworden. „Sie hat uns Freiheit und Eigenverantwortung zugleich gebracht, so dass wir unsere ärztlichen Belange selbst regeln können. Der Staat setzt die Rahmenbedingungen, der ausreichend Freiraum für eigenverantwortliches Handeln zulässt. So können Entscheidungen an ärztliche Expertise, statt an fachfremde oder politisch getragene Vorgaben, geknüpft werden. Sowohl Berufsaufsicht, Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie die Ausbildung Medizinischer Fachangestellter liegt in ärztlicher Hand“, erklärt die Präsidentin der Ärztekammer, Dr. Simone Heinemann-Meerz.

Zwar unterstreicht die Politik den Wert von Freiberuflichkeit und ärztlicher Selbstverwaltung, tatsächlich werden gesundheitspolitische Gesetze in einer Vielzahl und Geschwindigkeit umgesetzt, die daran zweifeln lassen. Neue Regelungen sind sehr häufig mit Einschränkungen in der ärztlichen Entscheidungsfreiheit und bürokratischem Mehraufwand verbunden. „Heute wird der politische und wirtschaftliche Einfluss auf die ärztliche Tätigkeit immer unerträglicher. Arztpraxen müssen zukünftig viel unabhängiger und eigenverantwortlicher arbeiten können. In den Kliniken muss Schluss damit sein, dass sich ärztliches Handeln den ökonomischen Zielen unterordnen soll. Wesentliche Aufgabe der Standesorganisation ist es, sich gegen politischen Einfluss, der über die notwendige Rahmensetzung hinausgeht, zu widersetzen“, fordert die Präsidentin unisono mit ihrem Vorstand und ergänzt: „Dies trifft auch auf die fortschreitende Digitalisierung in der Medizin zu. Sie wird das ärztliche Handeln verändern. Die Politik sieht in ihr die Losung für vorhandene Defizite. Ohne technischen Fortschritt wäre eine Entwicklung zur heutigen modernen fachspezifischen Medizin nicht denkbar. Dennoch muss deren Einsatz sinnvoll sein. Wir hoffen, dass wir auch zukünftig unter Zuhilfenahme der digitalen Techniken den Freiraum für ärztlich souveränes Handeln sichern können. Es wird Aufgabe der ärztlichen Selbstverwaltung sein, kommende Generationen für die Freiberuflichkeit zu begeistern.“

In den vergangenen 30 Jahren hat die Ärztekammer fast 13.500 Anerkennungen auf Grundlage der durch sie erlassenen Weiterbildungsordnungen beurkundet. 12.000 Fachkunden, so z. B. nach der Röntgenverordnung oder der Strahlenschutzverordnung, wurden erteilt. Seit 1990 haben 6.500 Arzthelfer/innen bzw. Medizinische Fachangestellte erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen. Knapp 17.000 Ärzte aus Sachsen-Anhalt nahmen seit 2003 an Fortbildungsveranstaltungen der Kammer teil.

Mit einer gemeinsamen Publikation „30 Jahre ärztliche Selbstverwaltung in Sachsen-Anhalt“ werden Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung die Entwicklung der Körperschaften und das Engagement ihrer ehrenamtlich tätigen Mitglieder

am 26. August 2020, ab 17.30 Uhr
im Haus der Heilberufe, Doctor-Eisenbart-Ring 2, 39120 Magdeburg

im Rahmen einer parlamentarischen Begegnung mit Gästen aus Politik und Gesundheitswesen würdigen.

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff wird ein Grußwort an die Ärzteschaft richten.
Medienvertreter sind herzlich willkommen.