Gemeinsame Pressemitteilung
Der Neujahrsempfang der Heilberufe steht 2026 im Zeichen der ärztlichen Selbstverwaltung. Seit mehr als 35 Jahren ermöglicht sie der Ärzteschaft in Sachsen-Anhalt ein freies, unabhängiges Handeln sowie fachlich und eigenverantwortliches Entscheiden. Der Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt (ÄKSA), Prof. Dr. Uwe Ebmeyer, hebt in seiner Würdigung die Bedeutung hervor: "Diese Freiheit, jenseits parteipolitischer Interessen handeln zu können, ist zentral für Qualität und Vertrauen", betont er. Dr. Jörg Böhme, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA), stimmt zu und ergänzt: "Die ärztliche Selbstverwaltung ist das Herzstück des Gesundheitswesens. Dank ärztlichen Engagements werden Entscheidungen nicht am grünen Tisch, sondern aufgrund fachlicher Expertise und Praxisnähe getroffen."
Mit Blick auf Demografie, Fachkräftemangel, Bürokratie oder die Diskussion um Krankenhausschließungen macht Prof. Ebmeyer deutlich, dass das Gesundheitswesen vor tiefgreifenden Herausforderungen steht. Gerade in einem Jahr politischer Weichenstellungen brauche es stabile Rahmenbedingungen und klare Zuständigkeiten. "Gute Versorgung entsteht durch verlässliche Strukturen – nicht durch kurzfristige Impulse", so die einhellige Meinung des KVSA-Vorstandsvorsitzenden und des ÄKSA-Präsidenten.
Kernstück der ambulanten Versorgung ist und bleibt die flächendeckende haus- und fachärztliche und psychotherapeutische Versorgung – ergänzt um telemedizinische Elemente, um auch weiterhin gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land sicherzustellen. Es gilt, mit Augenmaß und zielgerichtetem Agieren neue Wege zu beschreiten, um Bewährtes – die flächendeckende ambulante Versorgung – zu erhalten, betont Dr. Böhme. So könne etwa Telemedizin Versorgungslücken schließen. Bei der anstehenden Krankenhausreform müsse dringend beachtet werden, eine sichere stationäre Versorgung in allen Teilen des Landes zu gewährleisten, so Prof. Ebmeyer. "Das gilt auch für die Schwerpunktversorgung!" Diese diene nicht zuletzt dazu, unserem Ärztenachwuchs auch in Zukunft attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten.
Interdisziplinäre Kooperation und gegenseitiges Verständnis sind wichtiger denn je, um den Anforderungen dieser Zeit gerecht zu werden und sich auf neue Herausforderungen vorbereiten zu können. Als Beispiel gelungener Zusammenarbeit verweist Prof. Ebmeyer auf eine gemeinsame Schulung zu lebensbedrohlichen Einsatzlagen mit leitenden Notärzten und der Polizei sowie die fachübergreifende Zusammenarbeit im Kleeblatt (länderübergreifendes Verlegungskonzept von Patienten aus überlasteten Regionen in Kliniken mit freien Kapazitäten). Es zeige, wie interdisziplinäre Kooperation richtungsweisend die Versorgung konkret stärken könne.
Zentrale Botschaft von Prof. Ebmeyer und Dr. Böhme: Starke Selbstverwaltung kämpft für eine optimale Versorgung – unabhängig davon, wie politische Mehrheiten aussehen.
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