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Hämotherapie

Mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger sind am 05. November 2005 die neuen "Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)" in Kraft getreten. Diese Richtlinien werden von der Bundesärztekammer gemäß §§ 12 und 18 des Transfusionsgesetzes erstellt.

Die Richtlinien gelten für alle Ärzte, die

  • mit dem Gewinnen, Herstellen, Lagern, Abgeben oder In-Verkehr-Bringen von Blut und Blutbestandteilen oder Blutprodukten,

  • der Durchführung von blutgruppenserologischen und weiteren immun- hämatologischen Untersuchungen sowie

  • der Anwendung von Blutprodukten und der entsprechenden Nachsorge befasst sind.

Der Geltungsbereich der Richtlinien bezieht sich nun außer auf Blutkomponenten auch auf Plasmaderivate zur Behandlung von Hämostasestörungen (außer Fibrinkleber).

Neu ist auch, dass in Einrichtungen mit jährlich weniger als 50 transfundierten Erythrozytenkonzentraten unter den nachfolgend aufgeführten Voraussetzungen kein Qualitätsbeauftragter benannt werden muss.

  1. In der Einrichtung der Krankenversorgung werden jährlich weniger als 50 Erythrozytenkonzentrate transfundiert.

  2. Die Anwendung von Erythrozytenkonzentration erfolgt ausschießlich durch den ärztlichen Leiter der Einrichtung.

  3. Andere Blutkomponenten oder Plasmaderivate zur Behandlung von Hämostasestörungen werden in der Einrichtung nicht angewendet.

  4. In der Einrichtung der Krankenversorgung werden regelmäßig nur einem Patienten zum selben Zeitpunkt Erythrozytenkonzentrate transfundiert.

  5. Sämtliche Prozess-Schritte der Erythrozytentransfusion finden in der Verantwortung des ärztlichen Leiters der Einrichtung statt.

Einrichtungen mit einem Verbrauch von < 50 Erythrozythenkonzentraten haben jeweils bis zum 01.03 für das vorangegangene Jahr eine unterschriebene Mustertransfusionsanweisung an die zuständige Landesärztekammer einzureichen sowie einen Nachweis der Verbrauchsmeldung lt. § 21 Transfusionsgesetz an das Paul-Ehrlich-Institut an die Landesärztekammer zu leiten. Zusätzlich muss ein Nachweis der Qualifikation zur Tätigkeit als Transfusionsverantwortlicher (Teilnahme am 16-Stunden-Kurs, Kursteil A und B) beigebracht werden. Hierbei ist in Einrichtungen mit nur einem Arzt dieser verantwortlich. Er ist zugleich behandelnder, transfusionsverantwortlicher und transfusionsbeauftragter Arzt.

Der Qualitätsbeauftragte einer Einrichtung wird nun vom Träger der Einrichtung im Benehmen mit der Landesärztekammer benannt. Das bedeutet, der Träger der Einrichtung teilt der Landesärztekammer den Qualitätsbeauftragten namentlich mit. Der Qualitätsbeauftragte hat den Nachweis seiner Qualifikation gegenüber der Landesärztekammer zu erbringen.
Eine Qualifikation für Qualitätsbeauftragte (approbierter Arzt mit mindestens 3-jähriger ärztlicher Tätigkeit) ist nachzuweisen durch die Erfüllung der Voraussetzungen für die Zusatzweiterbildung "Ärztliches Qualitätsmanagement", alternativ durch Teilnahme an einem von der Ärztekammer anerkannten 40-h Kurs "Qualitätsbeauftragter Hämotherapie" (wurde erstmalig von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt im Juni 2006 durchgeführt, findet nun 1x im Jahr statt).
Der Qualitätsbeauftragte darf nicht gleichzeitig Transfusionsverantwortlicher oder Transfusionsbeauftragter der Einrichtung sein. Die Berichtspflichten des Qualitätsbeauftragten sind dahingehend geändert, dass er zum 01.03. einen Jährlichen Bericht über die Ergebnisse seiner Überprüfungen betreffend das Vorjahr zeitgleich an die zuständige Landesärztekammer und den Träger der Einrichtung zu senden hat. Im Rahmen der Übergangsvorschriften kann derjenige bisherige Transfusionsverantwortliche oder Transfusionsbeauftragte weiterhin seine Funktion ausüben, der zum 07.07. 1998 eine entsprechende Tätigkeit auf der Grundlage der Richtlinien von 1996 ausübte oder der auf Grundlage der Übergangsvorschriften der bisherigen Richtlinien eine entsprechende Funktion ausübte.
Bei Einrichtungen der Krankenversorgung mit mindestens einer Behandlungseinheit, aber mehreren tätigen Ärzten wird diese Tätigkeit in der Regel durch eine schriftliche Bestellung durch die Einrichtung (z.B. Klinikdirektion) nachgewiesen. Bei Einrichtungen der Krankenversorgung mit nur einem Arzt (z.B. Arztpraxis) hat der Arzt auch ohne notwendige Bestellung die Funktion des Transfusionsverantwortlichen. Der Nachweis der Benennung als Voraussetzung zur Inanspruchnahme der Übergangsregelung entfällt.

Wer zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Richtlinien als Qualitätsbeauftragter tätig ist, darf diese Tätigkeit weiter ausüben unter der Bedingung, dass die vorgeschriebene Qualifikation innerhalb von 2 Jahren nach Inkrafttreten dieser Richtlinie nachgewiesen wird. Die Übergangsfrist endete im November 2007.

Diese Hinweise sollen allen damit Befassten eine Hilfestellung bieten. Das entbindet aber niemanden von der Verpflichtung, sich selbst umfassend über die Neuerungen zu informieren. Hierzu verweisen wir auch auf die Richtlinie der Bundesärztekammer ("Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)" vom 05. November 2005.

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    Muster-Arbeitsanweisung zur Transfusion von Erythrozytenkonzentraten, Handreichung für Qualitätsbeauftragte