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Medizinischer Leitfaden

Stoppt Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Der medizinische Leitfaden „Stoppt Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ wurde gemeinsam vom Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt, der Techniker Krankenkasse, der Ärztekammer Sachsen-Anhalt und weiteren Mitgliedern der Allianz für Kinder überarbeitet und liegt nun in 2015 in der 3. Auflage vor.

Er soll Medizinerinnen und Mediziner dabei unterstützen, Symptome von Gewalt und Vernachlässigung schnell zweifelsfrei zu identifizieren. Zugleich enthält die Broschüre rechtliche Hinweise auf die die durch das Bundeskinderschutzgesetz seit 2012 veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen und Tipps, was und vor allem mit welchen Kooperationspartnern zu tun ist, wenn es einen begründeten Verdacht der Kindesmisshandlung gibt. Zwischen der Gesetzeslage, die ein gewaltfreies Aufwachsen von Kindern garantiert und der Lebenswirklichkeit lassen sich mitunter Diskrepanzen feststellen. Beispiele aus den letzten Tagen und Wochen belegen erneut, dass Ohrfeigen und Schläge nur eine Form der Gewalt sind. Nicht selten müssen Jungen und Mädchen auch seelische Verletzungen in Form von beleidigenden Beschimpfungen, Demütigungen, Missachtung und Vernachlässigung erdulden.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Landes Sachsen-Anhalt weist für das Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Fallzahlen bei Misshandlungen sowie dem sexuellen Missbrauch von Kindern und bei der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht auf. Demnach wurden 533 Fälle von sexuellem Missbrauch sowie 171 Misshandlungsdelikte registriert. Im Jahr 2013 waren es 450 Fälle von sexuellem Missbrauch sowie 155 Fälle von Misshandlung. Die Aufklärungsquote ist in beiden Kriminalitätsbereichen hoch. Sie liegt bei knapp 90 Prozent im Bereich sexueller Missbrauch sowie gut 97 Prozent bei Kindesmisshandlung. Wegen verletzter Fürsorge- und Erziehungspflicht wurde 2014 in 103 Fällen ermittelt, lediglich zwei Vorwürfe konnten letztlich nicht zweifelsfrei aufgeklärt werden.

Eine Webversion des Leitfadens finden sie hier.

Ebenso kann der Leitfaden von interessierten Ärztinnen und Ärzten kostenfrei unter Telefon  (03 91) 60 54-6 oder per Email unter info@aeksa.de als Druckexemplar abgefordert werden.