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Forderung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt zur zukünftigen Grippeimpfstoffversorgung

Preiswerter Impfstoff kann uns teuer zu stehen kommen

Pressemitteilung vom 9. April 2018

Magdeburg/Ärztekammer. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt begrüßt die Entscheidung des G-BA, gesetzlich Versicherte künftig mit Vierfachimpfstoff vor der Influenza zu schützen. Sie fordert jedoch die gesetzlichen Krankenkassen auf, Festpreisverträge beim Impfstoffeinsatz bundesweit zu stornieren. „Aus der seit Jahresbeginn grassierenden heftigsten Grippeepidemie seit 17 Jahren haben Krankenkassen offenbar keine Schlüsse gezogen. Vielmehr werden Verträge zu Niedrigpreisen geschlossen, so dass letztlich wohl nur ein einziger Hersteller in Frage kommt und damit Lieferengpässe provoziert werden. Was heute preiswert erscheint, kann uns erneut teuer zu stehen kommen“, erklärt Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

Hintergrund ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen unter Führung der AOK derzeit versuchen, ein neues Modell der Grippeimpfstoffversorgung zu etablieren. Einem Modell aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg folgend, hat die AOK Sachsen-Anhalt stellvertretend für alle Kassen einen Festpreisvertrag abgeschlossen. „Unter dieser Maßgabe kommt es praktisch zu einer Monopolstellung. Im Fall von Lieferschwierigkeiten wird man nicht in der Lage sein, eine Ersatzversorgung sicherzustellen“, so die Kammerpräsidentin.

Der dann wohl verbleibende Impfstoff ist zudem für minderjährige Patienten nicht zugelassen. Die Impfstoffversorgung von Kindern und Jugendlichen soll bürokratisch aufwendig durch Sonderregelungen bis hin zur namentlichen Verordnung auf Einzelrezepten erfolgen.

Die Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt hat am 07.04.18 in ihrer Entschließung daher gefordert:

Im Interesse einer alters- und risikogruppenangepassten umfassenden Influenzaprävention der Bevölkerung fordern wir die gesetzlichen Krankenkassen auf, die Entscheidung über den Impfstoffeinsatz unabhängig von Festpreisregelungen ausschließlich uns Ärzten zu überlassen und potentiell versorgungsgefährdende Verträge bundesweit zu stornieren. Die Politik, insbesondere das neubesetzte BMG, ist gefordert, die Einhaltung des AMVSG umzusetzen und rein monetär ausgerichteten und den Präventionsbestrebungen des Gesetzgebers zuwiderlaufenden Vertragswerken klar und zeitnah Einhalt zu gebieten.