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Die neue Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt (WBO)

Hier erhalten Sie einen Überblick über die neue Weiterbildungsordnung und alle wichtigen Informationen.

Die Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt hat am 19.10.2019 die neue WBO beschlossen, die Genehmigung der Aufsichtsbehörde, des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt, bleibt noch abzuwarten.Ziel ist es, die neue WBO am 01.07.2020 in Kraft zu setzen.

Die (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) 2018 wurde seitens der Kammerversammlung weitestgehend übernommen. Abweichungen wird es lediglich bei den landesspezifischen Anpassungen im Paragraphenteil geben. Auch wurde der Facharzt Innere Medizin und Geriatrie - wie bisher - im Gebiet Innere Medizin bestätigt, die Zusatzbezeichnung Homöopathie jedoch aus der WBO herausgelöst. Zudem werden hausärztlich tätige Internisten weiterhin an der Weiterbildung in der ambulanten hausärztlichen Versorgung im Gebiet Allgemeinmedizin teilnehmen können.

Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildung,
Glossare

In Sachsen-Anhalt wird die WBO, wie auch bei etwa der Hälfte der anderen Landesärztekammern, in bewährter Form mit ihren separaten „Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildung“ (einschließlich Richtzahlen) in Kraft gesetzt. Mit diesen Richtlinien zur WBO können auf der Basis fachlicher Stellungnahmen Abweichungen von den Richtzahlen ggf. toleriert und somit flexibel auf die Weiterentwicklung in der Medizin reagiert werden.

Für die PPP-Fächer Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie für die Psychoanalyse und Psychotherapie sind fachspezifische Glossare erarbeitet worden, auch diese Erklärung/Erläuterung/Beschreibung einzelner Begriffe sind in den „Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildung“ zu finden. Ebenso wird das allgemeine Glossar als Anhang den Richtlinien beigefügt sein. Hierin sind wenige unentbehrliche Begriffe beschrieben, die zur besseren Verständlichkeit der Weiterzubildenden, Weiterbilder, aber auch der Weiterbildungsabteilungen dienen sollen. Eine Rechtsverbindlichkeit der Glossare besteht dabei nicht. 

Neuregelungen

Die Gebiets- und Facharztbezeichnungen bleiben gegenüber der jetzigen WBO im Wesentlichen unverändert, jedoch wird die Phoniatrie und Pädaudiologie nicht mehr dem Gebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zugeordnet, sondern wieder als eigenständiges Gebiet geführt. Neue Schwerpunktbezeichnungen gibt es nicht, dagegen eine Reihe neuer Zusatzbezeichnungen, so die Ernährungsmedizin, Immunologie, Klinische Akut- und Notfallmedizin, Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen, Röntgendiagnostik für Nuklearmediziner, Sexualmedizin, Spezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) und die Spezielle Kinder- und Jugendurologie. Etwa die Hälfte der Zusatz-Weiterbildungen können berufsbegleitend erworben werden.

Mindestweiterbildungszeiten sind für alle Bezeichnungen gemäß zukünftiger WBO festgelegt, jedoch wird größtenteils auf die Ausweisung von stationären und ambulanten Pflichtzeiten verzichtet, so auch auf die Ausweisung der in Facharztweiterbildungen „versenkbaren“ Weiterbildungszeiten, da diese durch erlangte Kompetenzen abgebildet werden. Weiterbildungszeiten sollen künftig mit mindestens drei Monaten anzuerkennen/anzurechnen sein. Als weitere Gebiete der unmittelbaren Patientenversorgung gelten im Ärztekammerbereich Sachsen-Anhalt künftig auch die Arbeitsmedizin, das Öffentliche Gesundheitswesen, die Radiologie und die Transfusionsmedizin.

Kern der Neuregelungen sind die mit der Weiterbildung künftig verbundenen fachlichen Anforderungen und die didaktische Ausrichtung der neuen WBO. Die zu erwerbenden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten werden künftig aufgeteilt in „Kognitive und Methodenkompetenzen“ (Kenntnisse) und in „Handlungskompetenzen“ (Erfahrungen und Fertigkeiten).

Das elektronische Logbuch (eLogbuch)

Neu ist die im Paragraphenteil verbindlich vorgesehene kontinuierliche Dokumentation der vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte in einem eLogbuch. Weiterbildungsstätten müssen daher künftig die Weiterbildungsdokumentation im elektronischen Logbuch ermöglichen. Die Pflicht zur Dokumentation obliegt dem in Weiterbildung befindlichen Arzt, dieser muss sich daher um die kontinuierliche Dokumentation seiner absolvierten Weiterbildungsinhalte kümmern. Der Weiterbilder ist jedoch verpflichtet, mit dem in Weiterbildung befindlichen Arzt nach Abschluss eines Weiterbildungsabschnitts, mindestens aber einmal jährlich, ein Gespräch zu führen, in welchem der Stand der Weiterbildung von beiden beurteilt wird. Diese Gespräche sind im eLogbuch zu dokumentieren. Gleiches gilt für die mindestens einmal jährlich vorzunehmende Bestätigung des Weiterbildungsstands durch den zur Weiterbildung befugten Arzt. Das eLogbuch ist künftig für eine Prüfungszulassung für einen Weiterbildungsgang nach neuer WBO der Ärztekammer vorzulegen. Bestehende Logbücher in Papierform müssen wie bisher für Weiterbildungsgänge eingereicht werden, die im Rahmen der Übergangszeit nach bisheriger WBO abgeschlossen werden. Sofern ein Wechsel zur neuen WBO erfolgt, ist geplant, dass die Ärztekammer die zukünftigen neuen Logbücher (eLogbücher) in Papierform zur Verfügung stellt, damit die bisherigen Dokumentationen und Bestätigungen übertragen werden können.

Das Weiterbildungszeugnis

Die Verpflichtung zur Ausstellung eines Weiterbildungszeugnisses ist weiterhin im Paragraphenteil geregelt. Wenn der Arzt in Weiterbildung ein Weiterbildungszeugnis beantragt oder die Ärztekammer dies anfordert, ist es grundsätzlich innerhalb von drei Monaten und bei Ausscheiden unverzüglich auszustellen. Geregelt sind auch die Anforderungen an den Inhalt eines Weiterbildungszeugnisses. Das Weiterbildungszeugnis muss als solches erkenntlich sein und über die abgeleistete Weiterbildungszeit, einschließlich Unterbrechungen und Teilzeitbeschäftigung (in Sachsen-Anhalt wird eine 35-Stunden-Woche als ganztägige Weiterbildung anerkannt), Aussagen treffen. Es sind die erworbenen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten darzulegen und es ist zur Frage der fachlichen Eignung ausführlich Stellung zu nehmen.

Allgemeine Übergangsbestimmungen

Für die Anerkennung einer neuen Zusatz-Weiterbildung (Ernährungsmedizin, Immunologie, Klinische Akut- und Notfallmedizin, Nuklearmedizinische Diagnostik für Radiologen, Röntgendiagnostik für Nuklearmediziner, Sexualmedizin, Spezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) und Spezielle Kinder- und Jugendurologie) muss u. a. eine regelmäßige und überwiegende Tätigkeit in den letzten 8 Jahren nachgewiesen werden. Anträge auf Zulassung zur Prüfung sind innerhalb einer Frist von drei Jahren nach Inkrafttreten der neuen WBO zu stellen.

Alle Ärzte in Weiterbildung können nach Inkrafttreten der neuen WBO wählen, ob sie nach der neuen WBO oder der bisherigen WBO ihre Weiterbildung abschließen möchten. Für diejenigen, die ab 01.07.2020 ihre Weiterbildung beginnen, ist die zukünftige WBO verbindlich. Ansonsten gelten für das Abschließen nach bisheriger WBO für Facharztweiterbildungen eine Frist von 7 Jahren, für einen Schwerpunkt (SP) und eine ZB eine Frist von drei Jahren. Die nach der bisherigen WBO erteilten Befugnisse zur Weiterbildung sowie die anzuerkennenden Weiterbildungszeiten bleiben im Rahmen der jeweiligen Übergangszeit gültig.

Spezielle Übergangsbestimmungen

Folgende Bezeichnungen werden sich gemäß WBO namentlich ändern:
Facharzt (FA) Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
FA Phoniatrie und Pädaudiologie (vorher FA Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen)
ZB (Zusatzbezeichnung) Dermatopathologie (vorher Dermatohistologie)
ZB Kinder- und Jugend-Endokrinologie und –Diabetologie
ZB Kinder- und Jugend-Gastroenterologie
ZB Kinder- und Jugend-Nephrologie (vorher SP)
ZB Kinder- und Jugend-Orthopädie
ZB Kinder- und Jugend-Pneumologie (vorher SP)
ZB Kinder- und Jugend-Rheumatologie
ZB Magnetresonanztomographie-fachgebunden
ZB Manuelle Medizin/Chirotherapie
ZB Physikalische Therapie und Balneologie
ZB Psychotherapie-fachgebunden

Ärzte, die die alten Bezeichnungen besitzen, können ab 01.07.2020 stattdessen die neue Bezeichnung führen, neue Anerkennungsurkunden werden nicht ausgestellt.

Weiterbildungsbefugnisse (WBB)/Weiterbildungsstätten (WBS)

Sämtliche WBB und WBS sind im Hinblick auf die Vorgaben der neuen WBO zu überprüfen/ggf. anzupassen und neu zu erteilen. Bis dahin behalten die alten WBB und die anzuerkennenden Weiterbildungszeiten grundsätzlich auch für die Weiterbildungsgänge nach neuer WBO ihre Gültigkeit, wenn die entsprechenden Voraussetzungen weiterhin gegeben sind. Hierzu wird von einer allgemeinen Übergangszeit von bis zu drei Jahren ausgegangen.

Anstehende Aufgaben

Für die neu einzuführenden ZB sind Fach- und Prüfungskommissionen zu berufen, Expertenvorschläge und Bereitschaftserklärungen hierfür nimmt die Ärztekammer/Abteilung Weiterbildung gern entgegen.
Weiterbildungsbefugniskriterien für die erforderlichen Überprüfungen/Anpassungen/Erteilungen der WBB/anzuerkennenden Weiterbildungszeiten sind für alle Bezeichnungen gemäß zukünftiger WBO (58 Facharzt-, 10 Schwerpunkt- und 56 Zusatzbezeichnungen) entsprechend den Vorgaben der neuen WBO zu erstellen und bestehende zu überarbeiten. Hierzu werden derzeit bundeseinheitliche Vorgaben erarbeitet, die dafür möglichst einbezogen werden sollen.
Zudem sind Vorbereitungen für die Einführung des eLogbuchs im Ärztekammerbereich Sachsen-Anhalt zu treffen. Die Weiterbildungsstätten werden hierzu seitens der Ärztekammer in nächster Zeit angeschrieben und informiert.

Im Rahmen der Umsetzung der neuen WBO werden wir weiterhin über Aktuelles berichten.

Bei bestehenden Fragen können Sie sich gern an die Ärztekammer/Abteilung Weiterbildung wenden.

Carmen Wagner
Abteilungsleiterin Weiterbildung