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Allgemeine Informationen zur Weiterbildungsordnung Sachsen-Anhalt in der Fassung vom 01.01.2011 (WBO)

Hier erhalten Sie einen Überblick über die Weiterbildungsordnung und alle wichtigen Informationen.

Stand: 01.05.2016

1. Aufbau der Weiterbildung

  • Die Weiterbildung gliedert sich in drei Teile:
    • Abschnitt A enthält den Paragraphenteil und alle grundsätzlichen rechtlichen Bestimmungen

    • Abschnitt B stellt das Kapitel für die Gebiete, Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen dar

    • Abschnitt C weist die Zusatz-Weiterbildungen aus

  • Im Abschnitt A § 2a sind Begriffsbestimmungen definiert, welche eine einheitliche Interpretation von Begriffen wie z. B. "ambulanter Bereich" oder "stationärer Bereich" ermöglicht.

  • Dem Abschnitt B und C sind ebenso vorangestellt die allgemeinen Inhalte der Weiterbildung, welche für die Abschnitte B und C gelten. Es werden u. a. Inhalte allgemeiner Art aufgeführt, die für jeden Weiterbildungsgang erworben und nachgewiesen werden müssen.

 

2. Die wichtigsten allgemeinen Neuerungen

  • Es gibt nur noch Facharzt-, Schwerpunkt- und Zusatzweiterbildungen.

  • Jede Anerkennung setzt die erfolgreiche Absolvierung einer Prüfung voraus.

 

Alle neu eingeführten Bezeichnungen:

Neue Facharztbezeichnungen:

Allgemeinmedizin (ab 01.01.2011 wieder als eigenständiges Gebiet in die WBO eingeführt)
Orthopädie und Unfallchirurgie
Innere Medizin (ab 01.03.2008 wieder in die WBO eingeführt)
Innere Medizin und Geriatrie

Neue Schwerpunktbezeichnungen:

Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
Gynäkologische Onkologie
Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Kinder-Hämatologie und -Onkologie
Kinder-Nephrologie
Neuropädiatrie
Kinder-Pneumologie
Forensische Psychiatrie

Neue Zusatzbezeichnungen:

Ärztliches Qualitätsmanagement
Akupunktur
Andrologie
Dermatohistologie
Diabetologie
Geriatrie
Gynäkologische Exfoliativ-Zytologie
Hämostaseologie
Infektiologie
Intensivmedizin
Kinder-Endokrinologie und - Diabetologie
Kinder-Gastroenterologie
Kinder-Orthopädie
Kinder-Rheumatologie
Krankenhaushygiene (ab 01.05.2016)
Labordiagnostik - fachgebunden
Magnetresonanztomographie - fachgebunden
Kardiale Magnetresonanztomographie/Kardio-MRT
Medikamentöse Tumortherapie
Notfallmedizin
Orthopädische Rheumatologie
Palliativmedizin
Proktologie
Röntgendiagnostik - fachgebunden
Schlafmedizin
Spezielle Orthopädische Chirurgie
Spezielle Unfallchirurgie
Spezielle Viszeralchirurgie (ab 01.01.2011)
Suchtmedizinische Grundversorgung
Transplantationsmedizin (ab 01.05.2016)

  • Der frühere Facharzt für Orthopädie und die Schwerpunktbezeichnung Unfallchirurgie wurden zu einem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie zusammengeführt.

  • Der Facharzt Plastische Chirurgie wurde in Facharzt Plastische und Ästhetische Chirurgie umbenannt.

  • Die Zusatzbezeichnung Plastische Operationen wurde in Plastische und Ästhetische Operationen umbenannt.

  • Alle Bezeichnungen der Weiterbildungsordnung (WBO) sind führbar und werden mit einer Prüfung abgeschlossen.

  • In einigen Gebieten gibt es eine Basisweiterbildung, den common trunk. Dies betrifft die Gebiete Chirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin, Pathologie und Pharmakologie.
    Die Basisweiterbildung soll zu Beginn der Weiterbildung die gemeinsamen Inhalte verschiedener Facharztweiterbildungen innerhalb eines Gebietes vermitteln.

  • Der Abschluss der Facharztweiterbildung Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie setzt auch das zahnärztliche Staatsexamen voraus. Somit müssen bei Antrag auf Zulassung zur Facharztprüfung beide Staatsexamina vorliegen.

  • Die Anerkennung einer Zusatz-Weiterbildung setzt nunmehr zumeist eine Facharztanerkennung voraus. Ausnahme: Ärztliches Qualitätsmanagement, Medizinische Informatik, Notfallmedizin
    Die Weiterbildung ist gemäß § 4 Abs. 7 WBO zeitlich und inhaltlich zusätzlich zur Facharztweiterbildung abzuleisten.

  • Der Arzt in Weiterbildung hat die Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte zu dokumentieren. Hierzu ist gemäß Vorstandsbeschluss ein Logbuch zwingend ab 01.01.2009 zu führen. Zu den jeweiligen Logbüchern gelangen Sie über die Infobox "Formulare" auf der rechten Seite.

 

Die wichtigsten Änderungen ab 01.01.2011
  • die Wiedereinführung des Facharztes für Allgemeinmedizin und damit seine Herauslösung aus dem bis dahin gemeinsamen Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin

  • die Neueinführung der Zusatzbezeichnung Spezielle Viszeralchirurgie, die entsprechenden speziellen Weiterbildungsinhalte werden damit aus dem Facharzt Viszeralchirurgie herausgelöst

  • die Neueinführung der Zusatzbezeichnungen Krankenhaushygiene und Transplantationsmedizin (ab 01.05.2016)

  • die Aufnahme der Nuklearmedizin als Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung

  • eine Weiterbildung kann erst nach Erteilung einer ärztlichen Approbation begonnen werden

  • für eine weitere Facharztbezeichnung darf die noch abzuleistende Weiterbildungszeit höchstens um die Hälfte der Mindestdauer der jeweiligen Facharztweiterbildung reduziert werden.

 

2.1 Änderungen in den Facharztkompetenzen:

  • Anästhesiologie
    12 Monate in anderen Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung anrechenbar (bisher alle anderen Gebiete)

  • Allgemeinmedizin/Weiterbildungsabschnitte
    18 Monate stationäre Innere Medizin
    18 Monate in Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung, davon
          6 Monate Chirurgie
          und grundsätzlich 6 Monate Kinder- und Jugendmedizin
    24 Monate in ambulanter hausärztlicher Versorgung, davon
          18 Monate Allgemeinmedizin

  • Anatomie
    12 Monate Rechtsmedizin anrechenbar

  • Viszeralchirurgie
    12 Monate Anatomie anrechenbar

  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
    6 Monate Anatomie anrechenbar

  • Neurochirurgie
    6 Monate Anatomie anrechenbar

  • Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
    12 Monate (bisher 6) Neurologie anrechenbar,
    30 Monate (bisher 24) ambulante Weiterbildung möglich

  • Neurologie
    12 Monate in allen psychiatrischen Facharztkompetenzen (bisher nur Psychiatrie und Psychotherapie) ableistbar sowie
    6 Monate Allgemeinmedizin, Anatomie und Physiologie anrechenbar

  • Physikalische und Rehabilitative Medizin
    24 Monate (bisher 12) ambulante Weiterbildung möglich

  • Radiologie
    12 Monate Nuklearmedizin als neues Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung anrechenbar

  • Rechtsmedizin
    6 Monate Anatomie anrechenbar

  • Strahlentherapie
    6 Monate in anderen Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung (bisher in anderen Gebieten) anrechenbar
    12 Monate können neben der Radiologie auch in Nuklearmedizin angerechnet werden

 

2.2 Änderungen in den Schwerpunkten:

  • Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin im Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    gesamte Weiterbildungszeit im ambulanten Bereich möglich

  • Gynäkologischen Onkologie im Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    6 Monate Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie anrechenbar

  • Neuropädiatrie im Gebiet Kinder- und Jugendmedizin
    24 Monate (bisher 18) ambulante neuropädiatrische Weiterbildung möglich sowie 6 Monate Neurologie anrechenbar

 

2.3 Änderungen in den Zusatzbezeichnungen:

  • Akupunktur
    Voraussetzung zum Erwerb: Facharzt in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung (bisher Facharzt),
    24 Monate Weiterbildung Akupunktur abzuleisten

  • Flugmedizin
    6-monatige Weiterbildung kann ersetzt werden durch Gespräch mit Leiter eines flugmedizinischen Zentrums alle 2 Wochen (Zeitraum: 12 Monate)

  • Hämostaseologie
    6 Monate Kinder- Hämatologie und -Onkologie anrechenbar

  • Palliativmedizin
    12-monatige Weiterbildung kann durch 120 Stunden Fallseminare ersetzt werden (Frist entfällt)

  • Phlebologie
    Voraussetzung zum Erwerb: Facharzt (bisher 24 Monate Weiterbildung), 12 Monate (bisher 6) Gefäßchirurgie anrechenbar

  • Physikalische Therapie und Balneologie
    Voraussetzung zum Erwerb: Facharzt in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung (bisher 24 Monate Weiterbildung)

  • Röntgendiagnostik -fachgebunden-
    Skelett: 12 Monate (bisher 18) abzuleisten
    Gefäßsystem: neu eingeführt (12 Monate Weiterbildung)

  • Spezielle Unfallchirurgie
    auch Chirurgen ohne Schwerpunkt Unfallchirurgie können diese Zusatzbezeichnung erwerben

  • Sportmedizin
    Voraussetzung zum Erwerb: Facharzt in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung (bisher Facharzt)

  • Suchtmedizinische Grundversorgung
    Voraussetzung zum Erwerb: Facharzt (bisher 24 Monate Weiterbildung)

 

3. Allgemeine Informationen

  • Mit der Weiterbildung kann erst nach der Erteilung der ärztlichen Approbation begonnen werden.

  • Die Weiterbildung wird in angemessen vergüteter hauptberuflicher ärztlicher Berufstätigkeit an zugelassenen Weiterbildungsstätten durchgeführt. Sie erfolgt unter Anleitung befugter Ärzte in praktischer Tätigkeit und theoretischer Unterweisung sowie teilweise durch die erfolgreiche Teilnahme an anerkannten Kursen.

  • Die Absolvierung einer Prüfung bei einem von der Ärztekammer anerkannten Kursveranstalter ersetzt nicht das Anerkennungsverfahren gemäß den Vorschriften der WBO.

  • Eine Weiterbildung in Teilzeit ist auch weiterhin möglich, wenn sie grundsätzlich mindestens die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit beträgt. Die Weiterbildungszeit verlängert sich entsprechend.

  • Weiterbildungs- oder Tätigkeitsabschnitte unter 6 Monaten können nur dann angerechnet werden, wenn dies im Abschnitt B und C ausdrücklich geregelt ist.

  • Wird eine weitere Facharztbezeichnung erworben, darf die noch abzuleistende Weiterbildungszeit höchstens um die Hälfte der Mindestdauer der jeweiligen Facharztbezeichnung reduziert werden.

 

4. Weiterbildungsbefugnis

  • Weiterbildungsbefugnisse für Bezeichnungen, die es nach aktueller WBO nicht mehr gibt, werden nicht mehr erteilt.

  • Die Weiterbildungsbefugnis wird auf Antrag in einem bestimmten Umfang erteilt, wenn die persönlichen und fachlichen Voraussetzungen gegeben sind.

  • Dem Antrag auf Erteilung einer Weiterbildungsbefugnis ist ein gegliedertes Programm für die Weiterbildung zum Facharzt, Schwerpunkt oder zur Zusatz-Weiterbildung, für die die Befugnis beantragt wird, beizufügen. Dieses gegliederte Programm soll über Inhalte und Ablauf eines Weiterbildungsganges Auskunft geben und muss vom weiterbildungsbefugten Arzt den unter seiner Verantwortung Weiterzubildenden ausgehändigt werden.

  • Die Weiterbildung ist persönlich zu leisten und grundsätzlich ganztägig durchzuführen, eine Aufteilung auf mehrere teilzeitbeschäftigte Weiterbildungsbefugte ist möglich.
    Sofern ein befugter Arzt an mehr als einer Weiterbildungsstätte tätig ist, ist eine gemeinsame Befugnis mit einem weiteren befugten Arzt an jeder Weiterbildungsstätte erforderlich.

  • Mindestens einmal jährlich hat ein Gespräch des befugten Arztes mit dem sich in Weiterbildung befindlichen Arzt über den Stand der Weiterbildung stattzufinden. Diese Gespräche sind vom Weiterbilder zu dokumentieren und dem Antrag auf Zulassung zur Prüfung beizufügen.

  • Der von der Ärztekammer befugte Arzt ist verpflichtet, an Evaluationen und Qualitätssicherungsmaßnahmen der Ärztekammer zur ärztlichen Weiterbildung teilzunehmen.

  • Der weiterbildungsbefugte Arzt ist auch nach Ausscheiden aus der Weiterbildungsstätte oder Beendigung seiner Tätigkeit verpflichtet, dem in Weiterbildung befindlichen Arzt über die unter seiner Verantwortung abgeleistete Weiterbildungszeit ein Zeugnis auszustellen.

  • Auch Praxen niedergelassener Ärzte müssen als Weiterbildungsstätte von der Ärztekammer zugelassen werden.

Nachfolgende Bezeichnungen können entsprechend geltender Weiterbildungsordnung ohne Antrag und ohne das Ausstellen einer neuen Urkunde geführt werden:

Bezeichnung alt Bezeichnung neu
FA für Innere und Allgemeinmedizin FA für Allgemeinmedizin
FA für Chirurgie/FA für Allgemeine Chirurgie FA für Allgemeinchirurgie
FA für Chirurgie mit Schwerpunkt Gefäßchirurgie FA für Gefäßchirurgie
FA für Chirurgie mit Schwerpunkt Thoraxchirurgie FA für Thoraxchirurgie
FA für Chirurgie mit Schwerpunkt Visceralchirurgie FA für Viszeralchirurgie
FA für Plastische Chirurgie FA für Plastische und Ästhetische Chirurgie
FA für Innere Medizin und SP Angiologie FA für Innere Medizin und Angiologie
FA für Innere Medizin und SP Endokrinologie und Diabetologie FA für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie
FA für Innere Medizin und SP Gastroenterologie FA für Innere Medizin und Gastroenterologie
FA für Innere Medizin und SP Geriatrie FA für Innere Medizin und Geriatrie
FA für Innere Medizin und SP Hämatologie und Onkologie FA für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
FA für Innere Medizin und SP Kardiologie FA für Innere Medizin und Kardiologie
FA für Innere Medizin und SP Nephrologie FA für Innere Medizin und Nephrologie
FA für Innere Medizin und SP Pneumologie FA für Innere Medizin und Pneumologie
FA für Kinderheilkunde FA für Kinder- und Jugendmedizin
FA für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie FA Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
FA für Phoniatrie und Pädaudiologie FA für Sprach, Stimm- und kindliche Hörstörungen
FA für Psychotherapeutische Medizin FA für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
FA für Diagnostische Radiologie FA für Radiologie
FA für Visceralchirurgie (bis 31.12.2010 erworben) ZB Spezielle Viszeralchirurgie
SP Visceralchirurgie in der Chirurgie ZB Spezielle Viszeralchirurgie
SP Rheumatologie in der Orthopädie ZB Orthopädische Rheumatologie
SP Unfallchirurgie in der Chirurgie ZB Spezielle Unfallchirurgie
FW Klinische Geriatrie ZB Geriatrie
FW Spezielle Intensivmedizin ZB Intensivmedizin
FW Spezielle Orthopädische Chirurgie ZB Spezielle Orthopädische Chirurgie
FW Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin SP Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
FW Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin SP Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
ZB Plastische Operationen ZB Plastische und Ästhetische Operationen
FA - Facharzt
SP - Schwerpunkt
FW - Fakultative Weiterbildung
ZB - Zusatzbezeichnung
 

Carmen Wagner (Abteilungsleiterin)