Präsident vermisste Mediziner der betroffenen Fachrichtung
Pressemitteilung vom 30. Mai 2006
Magdeburg/Ärztekammer. 4 Tage, vom 23. Mai bis zum 26. Mai 2006 tagte der 109. Deutsche Ärztetag in Magdeburg. Nach Ansicht des Präsidenten der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. Henning Friebel, setzte das Ärzteparlament wichtige Signale sowohl in Sachen Gesundheitspolitik, als auch zu medizinischen Fragestellungen.
"Leider musste ich auf dem 109. Deutschen Ärztetag in der Sachdiskussion ein hochgradiges Desinteresse der Ärzte feststellen, um deren Fächer es ging. Dabei hatte sich gerade diese Ärztegruppe im Vorfeld des Ärztetages das Thema "Behandlung von Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen" gewünscht. Diesem Wunsch sind wir mit einem extra umfangreichen Tagesordnungspunkt nachgekommen. Aber von den Ärzten dieser Fachrichtungen hat sich aus Sachsen -Anhalt niemand sehen lassen. Somit konnten auch spezifische Erfahrungen des Ostens in die regen und aufschlussreichen Diskussionen nicht einfließen Das finde ich sehr schade", beklagt sich Dr. Henning Friebel.
Die anwesenden Mediziner sprachen sich ausdrücklich für eine Stärkung der ärztlichen Psychotherapie und gegen Stigmatisierung psychisch Kranker aus. Insbesondere der Prävention, Erkennung, Behandlung und Rehabilitation psychischer und psychosomatischer Behandlungen komme in allen Sektoren ärztlichen Handelns eine herausragende Bedeutung zu.
Arbeitgeber, Versicherungen, Vermieter und Medien wurden zum Abbau von Vorurteilen gegen psychisch Kranke aufgefordert. An die politisch Verantwortlichen richtete der Ärztetag den Appell, die Gleichstellung und Gleichbehandlung psychisch Kranker in allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu gewährleisten. "Trotz einer guten Heilbarkeit von psychischen Krankheiten sind die von ihnen direkt betroffenen Kinder und Erwachsenen, ihre Angehörigen und in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung Beschäftigten subtilen und offensichtlichen Stigmatisierungen und Diskriminierungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen ausgesetzt", kritisierte der Ärztetag.