Ärzte werben für Organspendeausweis
Pressemitteilung vom 30.05.2007
Magdeburg/Ärztekammer. Der 110. Deutsche Ärztetag hat sich vor wenigen Tagen in Münster erneut mit den Problemen der Organspende auseinander gesetzt. Dabei hat der Ärztetag jede Form der Kommerzialisierung von Organspenden abgelehnt und
gefordert, dass Transplantationen nur nach medizinischen Kriterien erfolgen dürfen.
Beispielsweise darf die Vermögenssituation des Empfängers kein Kriterium sein.Vor dem Hintergrund, dass am 2. Juni Tag der Organspende ist, nimmt die Ärztekammer Sachsen-Anhalt den aktuellen Beschluss des Deutschen Ärztetages zum
Anlass, für Organspenden zu werben. Chronische Krankheiten der Nieren, Eintrübungen der Hornhaut des Auges oder gar schwere Unfälle mit der Zerstörung lebenswichtiger innerer Organe - wie zum Beispiel der Leber - sind Gründe für eine Organtransplantation. Doch leider werden noch zu wenige Organe gespendet. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt appelliert an alle Gesunden, sich mit der Organspende auseinander zusetzen und einen Organspendeausweis auszufüllen. "Ihren
Angehörigen ersparen sie durch das Vorhandensein eines solchen Ausweises die schwere Entscheidung, ob Organe oder Gewebespenden entnommen werden dürfen oder nicht", erklärt Dr. Henning Friebel, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.
Dr. Friedrich-Wilhelm Onnasch, Vizepräsident und Allgemeinmediziner empfiehlt den Ärzten, bei den in der Praxis geführten Patientengesprächen zu Patientenverfügungen das Thema Organspende mit anzusprechen. "Ich werde häufig mit Fragen zur
Patientenverfügung konfrontiert. In diesem Zusammenhang nutze ich die Gelegenheit, die Organspende mit vorzustellen."