Pressemitteilung vom 26. Juni 2007
Mehr Kompetenz im Umgang mit suchtkranken Menschen an Hand praktischer Beispiele:
Suchtmediziner beenden Weiterbildung in Hallenser Praxis
Magdeburg/Ärztekammer. 1,4 bis 1,9 Millionen Menschen sind laut Bundesärztekammer in Deutschland bereits von Medikamenten abhängig. Vor diesem Hintergrund und durch das Wissen, dass auch in Sachsen-Anhalt der Verbrauch an Drogen und anderen illegalen Suchtmitteln deutlich zunimmt, endet am 01. Juli 2007 in Halle der Weiterbildungskurs "Suchtmedizinische Grundversorgung" der Ärztekammer. Der 50stündige Kurs begann im April 2007 in Magdeburg. Um eine praxisnahe Ausbildung zu gewährleisten, sind am 1. Juli in einer Praxis im Gesundheitszentrum Halle-Silberhöhe Betroffene und Angehörige mit einbezogen. Der unmittelbare Kontakt mit drogenerkrankten Patienten soll die theoretische Ausbildung unterstützen.
"Der Bedarf an ausgebildeten Suchtmedizinern ist im Land sehr groß. Die bisher auf diesem Gebiet tätigen Ärzte sind vollkommen überlastet. Daher haben wir im Rahmen der Weiterbildung seit 1999 eine spezielle Qualifikation "Suchtmedizinische Grundversorgung" in das Ausbildungsprogramm aufgenommen. So können mehr qualifizierte Ärzte
Patienten behandeln, die durch den Missbrauch legaler und illegaler Drogen erkranken", erklärt Sachsen-Anhalts Ärztekammer-Präsident Dr. Henning Friebel.
Um die Kompetenz im Umgang mit suchtkranken Menschen fachübergreifend zu verbessern, hat die Ärztekammer diesen Kurs bereits zum vierten Mal angeboten. "Die Mehrzahl der Referenten sind Ärzte, Ärztinnen und andere therapeutisch Tätige, die in der täglichen Praxis suchtmedizinisch arbeiten", erklärt Peter Jonzeck, Leiter der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer. Ergänzend werden wesentliche theoretische, rechtliche und sozialmedizinische Grundlagen dargestellt -- von Kulturgeschichte, Neurobiologie und Epidemiologie der Sucht bis hin zu Grundlagen der Verkehrstüchtigkeit oder der Darstellung von Hilfeangebote -- so von Arbeitsamt und Rentenversicherung. Peter Jonzeck: "Die ersten zwei Kurswochenenden im April und Anfang Juni in Magdeburg widmeten sich vornehmlich den Themen Alkohol, Medikamenten und
Nikotin, während das dritte Wochenende am 30. Juni/01. Juli in Halle sich mit illegalen Drogen befasst." Neu wurden u. a.
Fortbildungseinheiten zu Fragen "Schwangerschaft und Sucht" sowie zu "internistischen Komplikationen bei Suchterkrankungen" aufgenommen.
Medienvertreter, die von der praktischen Ausbildung in der Hallenser Praxis berichten möchten, können sich vorab mit dem Leiter der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer, Peter Jonzeck, Tel.: 0391 -- 60547700, abstimmen.