Magdeburg/Ärztekammer. "Etwa ein Drittel der Hausärzte in Sachsen-Anhalt sind 60 Jahre und älter. Wenn kein geeigneter Nachfolger vorhanden ist, werden diese Praxen nach Erreichen der Altersgrenze in der Regel geschlossen. Doch Nachfolger sind gegenwärtig kaum in Sicht. Damit wird sich die ohnehin angespannte Situation in der hausärztlichen Versorgung noch weiter verschärfen", zeigt der Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. Henning Friebel die Tendenz auf.
Wege zur Lösung dieser komplexen Aufgabe werden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene zu suchen sein, so der ärztliche Geschäftsführer der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. med. Rüdiger Schöning.
Im Ergebnis intensiver Vorbereitungen einer speziell dafür gegründeten Projektgruppe an der Ärztekammer wurde nunmehr eine Koordinierungsstelle für Allgemeinmedizin geschaffen. Diese hat ihren Sitz an der Ärztekammer Sachsen-Anhalt und steht unmittelbar vor der konstituierenden Sitzung des Beirates. Der Beirat besteht zunächst aus je zwei Delegierten der Kassenärztlichen Vereinigung, des Hausärzteverbandes und der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Kooptiert werden in naher Zeit Vertreter der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt und der Krankenkassen.
Regionale Weiterbildungsverbünde aus ambulanten und stationären Einheiten sollen dem Weiterbildungsassistenten mit verbindlichen Rotationsplänen ermöglichen, eine individuelle Weiterbildung in einzelnen Abschnitten zu gestalten. Für die Koordinierungsstelle wurde deshalb unter der Leitung des ärztlichen Geschäftsführers speziell eine Mitarbeiterin damit beauftragt, sich um Beratungen, Koordination von Weiterbildungsverbünden, Vermittlung von Weiterbildungsassistenten, Begleitung bei Antragstellungen von Fördermittel, Organisation des Erfahrungsaustausches sowie von Qualitätssicherungsmaßnahmen, zu kümmern.
Gegenwärtig müssen die aktuellen gesetzlich vorgegebenen Rahmenbedingungen des Förderprogramms effektiv genutzt werden, so Dr. med. Rüdiger Schöning. Ziel ist, die "Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin" zu optimieren, um durchgängig tarifgerechte Gehälter der Weiterbildungsassistenten zu garantieren.