Pressemitteilung vom 29.04.2008
Magdeburg/Ärztekammer. Verantwortliche Mitarbeiter der Ärztekammer, des Landesverwaltungsamtes und der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt sowie sieben Vertreter von Krankenhäusern nahmen Ende April 2008 in drei Universitätsstädten Österreichs an einer Jobbörse für angehende Mediziner teil. Ziel war, die Absolventen des Studiums der Humanmedizin für eine Tätigkeit an Sachsen-Anhalts Kliniken zu begeistern. "Das Interesse an unseren Aus- und Weiterbildungen war deutlich größer als in den vergangenen beiden Jahren. Über 300 Studenten kamen zu den Jobbörsen in Innsbruck, Graz und Wien. Wir führten zahlreiche intensive und vor allem auch konkrete Gespräche mit den Absolventen", so Dr. med. Rüdiger Schöning, ärztlicher Geschäftsführer der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, der sich über den großen Zuspruch freute. Konkrete Abschlüsse vor Ort sind bei derartigen Jobbörsen eher die Ausnahme, befinden sich doch zahlreiche Studenten noch in der Prüfungsphase. "Ich rechne fest damit, dass in den nächsten Wochen Bewerbungen der Absolventen bei den kontaktierten Krankenhäusern eingehen", so der Geschäftsführer.
Deutschland ist für die angehenden Mediziner ein ideales Aus- und Weiterbildungsbildungsland. Die österreichischen Absolventen besitzen nach ihrem Studium noch keinen Berufsabschluss. Sie benötigen dafür noch eine 3jährige Turnuszeit (danach Tätigkeit als Allgemeinmediziner) oder eine 5 bis 6jährige Weiterbildungszeit zum Facharzt, worauf sie zum Teil Jahre warten müssen. "Wir dagegen haben rund 175 offene Krankenhaus- und etwa 230 freie Hausarztstellen in Sachsen-Anhalt. Die österreichischen Absolventen können in Deutschland ihre Ausbildung beenden und ggf. auch die Weiterbildung bis zur Facharztprüfung führen. Die gesetzlichen Grundlagen dafür sind geschaffen. Der Einsatz ist daher für beide Seiten gewinnbringend", erklärt Dr. med. Rüdiger Schöning, ärztlicher Geschäftsführer der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.
Ganz schnelle Absolventen werden für ihren Wechsel sogar mit einer Prämie der Europäischen Union belohnt. "Die EU stellt für die ersten zehn Bewerber, die einen Vertragsabschluss in der Tasche haben, jeweils 1000 EUR zur Verfügung. Und die Kliniken werben zusätzlich noch mit Umzugshilfen, so dass der Weg nach Sachsen-Anhalt aus unserer Sicht weitgehend geebnet ist", erklärt Rüdiger Schöning.