Pressemitteilung vom 10.04.2008
Magdeburg/Ärztekammer. Der Ärztemangel hat mittlerweile auch die beiden Universitätskliniken in Halle und Magdeburg erreicht. "Wir haben eine Vielzahl nicht besetzter Lehrstühle an unseren beiden Medizinischen Fakultäten. Die Gründe sind vielfältig, nicht immer nachvollziehbar. Sie stellen in jedem Fall die Gefährdung der Hochschullandschaft dar. Ich möchte die Verantwortlichen auffordern, Forschung und Lehre und natürlich die medizinische Versorgung an den Hochschulen nicht zu gefährden", erklärt der Präsident der Ärztekammer, Dr. Henning Friebel, im Vorfeld der Frühjahrs-Kammerversammlung der Ärztekammer, die am 12. April 2008 im Haus der Heilberufe, Doctor-Eisenbart-Ring 2, Magdeburg, stattfindet.
Die Hallenser und Magdeburger Medizinischen Fakultäten mit ihren selbständigen Universitätsklinika sind in den Zeiten des zunehmenden, absehbaren Ärztemangels von hoher Bedeutung. Im Jahr 2006 hat das Kultusministerium mit den Fakultäten Zielvereinbarungen getroffen. Schon damals beklagte die Ärztekammer, dass sie bei der inhaltlichen Gestaltung der Forschung und Lehre im Land nicht involviert ist, obwohl Sie für die Weiterbildung zum Facharzt im Land eine Mitverantwortung tragen. "Die Universitätsprofessoren sind maßgeblich an Aus-, Weiter- und Fortbildung beteiligt. Wenn ganze medizinische
Strukturen an den jeweiligen Standorten weg brechen, dann müssen wir uns über den Weggang von Ärzten aus unserem Bundesland nicht wundern. Die Weiterbildung zum Facharzt erfordert nun mal das Vorhalten des entsprechenden Faches und eines
kompetenten Weiterbilders. Wir würden ungern jungen Kollegen die Weiterbildung in einem anderen Bundesland empfehlen", so der Kammerpräsident.