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Ärztekammer Sachsen-Anhalt zu Infektionen und Tierbissverletzungen

Welche Krankheiten können Tiere auf Menschen übertragen?

Magdeburg/Ärztekammer. Jährlich werden in Sachsen-Anhalt mehr als 500 Erkrankungen an Borreliose, die eine zoonotische Infektion ist, erfasst. "Immer häufiger müssen sich unsere Ärzte fragen, ob es sich bei einem Patienten um einen einfachen Zeckenbiss handelt oder ob diese Zecke den Borreliose-Erreger in sich trug", weiß Dr. Henning Friebel, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

Aber was sind Zoonosen? Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Für den niedergelassenen Arzt in der Praxis ist es meist schwierig, Bedeutung und Häufigkeit zoonotischer Infektionen im Sinne einer Risikobewertung konkret einzuschätzen. "Gerade in den letzten Jahren wurden immer wieder Neubewertungen erforderlich. Gründe liegen zum Teil im veränderten menschlichen Verhalten: mehr Aufenthalt in der Natur, weite Reisen, Haustiere. Auf der anderen Seite spielen Globalisierung (Handel mit Lebensmitteln und Tieren), aber auch klimatische und ökologische Veränderungen eine Rolle", erklärt Peter Jonzeck, Leiter der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer.

Um Ärzten mehr Informationen zu Zoonosen und auch Tierbissverletzungen zu geben, hat die Ärztekammer gemeinsam mit der Tierärztekammer Sachsen-Anhalt eine Fortbildung organisiert. Diese findet am 14. Juni 2008 statt. Exemplarisch werden die häufigsten zoonotischen Infektionen hinsichtlich ihrer aktuellen Verbreitung, Prävention, Übertragung, Prophylaxe, Diagnostik, Klinik und Therapie vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen Infektionen wie Borreliose, FSME, Tollwut oder Echinokokkose (Bandwurmerkrankungen). Aber auch Tierbissverletzungen gehören zu den realen Gefahren des täglichen Lebens. Das Problem der Verletzungen liegt in der hohen Infektionsgefahr mit teilweise ungewöhnlichen Erregern (z.B. Pasteurellen). "Nach Tierbissen bleiben oft entstellende Narben zurück, gelegentlich Funktionsstörungen der betroffenen Körperstellen, meistens an Gesicht und Händen. Manchmal ist eine Tollwutexposition nicht mit Sicherheit auszuschließen, insbesondere bei Bissen durch Wildtiere oder streunende Haustiere. Deshalb sind nach wie vor entsprechende vorbeugende Maßnahmen notwendig", erklärt Peter Jonzeck die Notwendigkeit einer Fortbildung.

Medienvertreter, die vom Kurs berichten möchten, können sich vorab mit dem Leiter der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer, Peter Jonzeck, Tel.: (03 91) 60 54-77 00, abstimmen.

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