Pressemitteilung vom 08.07.2008
Magdeburg/Ärztekammer. "Der gewaltsame Tod unseres Mitglieds Dr. med. Horst
Grimm und seiner Patientin hat die Ärzteschaft zutiefst erschüttert. Das schlimme
Ereignis gibt uns Anlass, grundlegend über die Neustrukturierung der
Notfalldienstbereiche und die Art der durchzuführenden Hausbesuche Gedanken zu
machen. Wir hoffen, gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung, hier bald zu einer
praktikablen Lösung zu kommen, die zügig umgesetzt werden kann", erklärt Dr. Henning
Friebel, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.
Eine Variante wäre, gehfähige Patienten an einer zentralen Anlaufstelle zu behandeln,
wie es beispielsweise seit Jahren in Magdeburg am Medico-Center mit gutem Erfolg
praktiziert wird. Alternativ sind für Regionen, wo dies nicht möglich ist, Fahrdienste für den
Hausbesuch zu organisieren, so dass kein Arzt mehr allein durch die Nacht fahren muss.
Gleichzeitig mahnt Dr. Friebel: "Wichtig ist, dass die Bevölkerung verantwortlich mit dem
Notdienst umgeht und die Ärzte nur dann im Bereitschaftsdienst in Anspruch genommen
werden, wenn es erforderlich ist."
Unabhängig vom Hausbesuchsdienst werden nach wie vor Patienten mit akuten und
lebensbedrohlichen Erkrankungen im Rahmen des Rettungsdienstes durch Notärzte
versorgt.
Bei Fragen steht Ihnen Katrin Pohl, Pressereferentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, gern zur
Verfügung. Tel.: (03 91) 60 54 78-20.