Magdeburg, 6. August 2008. Eine "Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin" (KOSTA) haben die Ärztekammer Sachsen-Anhalt (ÄKSA) , die Kassenärztliche Vereinigung (KVSA) und der Hausärzteverband Sachsen-Anhalt unter dem Dach der Ärztekammer
ins Leben gerufen. Ein Beirat mit zunächst je zwei Delegierten der Kassenärztlichen Vereinigung, des Hausärzteverbandes und der Ärztekammer wird die Koordinierungsstelle beratend unterstützen.
Dem Land Sachsen-Anhalt fehlt der ärztliche Nachwuchs. "Ungefähr ein Drittel aller Hausärzte im Land ist 60 Jahre und älter. Finden diese Ärzte keinen Nachfolger, müssen sie ihre Praxen nach Erreichen der Altersgrenze schließen", erklärt der
Präsident der Ärztekammer, Dr. Henning Friebel.
"Das heißt, dass sich die ohnehin angespannte Situation in der hausärztlichen Versorgung weiter verschärfen wird. Die gegenwärtig bereits laufenden Fördermaßnahmen der ärztlichen Selbstverwaltung müssen durch weitere schon bei der
Weiterbildung ansetzende Aktivitäten, flankiert werden", ergänzt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Burkhard John.
Um die sich daraus ergebenden Aufgaben sektorübergreifend und gut abgestimmt lösen zu können, haben sich die genannten Partner zu einer Koordinierungsstelle zusammengeschlossen. Ziel ist es, erste Anlaufstelle für Studenten und Absolventen
der medizinischen Fakultäten sowie für Ärztinnen und Ärzte zu sein, die sich für eine Weiterbildung zum Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin interessieren. Die Koordinierungsstelle wird diese unterstützen und koordinierend tätig werden, um allen
Interessenten eine vertraglich geregelte durchgängige fünfjährige Weiterbildung zu garantieren. Die jungen Mediziner sollen während ihrer Weiterbildungszeit bis zur Prüfung und Niederlassung begleitet werden. Dafür wird die Koordinierungsstelle die
Bildung von regionalen Netzwerken befördern, die für eine kontinuierliche Weiterbildungszeit zusammenarbeiten. Sie wird Kontaktstelle sowohl für die Weiterbildungsbefugten als auch für die Mediziner in der Weiterbildung und für die
Interessenten sein.
Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Dipl.-Med. Andreas Petri, verspricht sich viel von dieser Initiative für die Praxis. "Wir Hausärzte arbeiten am Limit. Objektive Gründe dafür sind der zunehmende Arztmangel und das geringe Interesse an einer
Niederlassung, auch wegen fehlender Anreize. Es hilft aber nichts, dieses zu beklagen. Wir müssen gemeinsam tätig werden und sowohl den Interessenten gute Bedingungen für die Weiterbildung schaffen als auch die Werbetrommel für den sehr
interessanten Beruf des Allgemeinmediziners rühren."
Kontakte für die Medien:
Hausärzteverband Sachsen-Anhalt |
Dipl.Med. Andreas Petri, Vorsitzender |
Tel.: (03 49 76) 2 25 23
Fax: (03 49 76) 2 25 29
andreas.petri@web.de |
Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt |
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Abt. Öffentlichkeitsarbeit |
Tel.: (03 91) 6 27-65 05
Fax: (03 91) 6 27-85 09
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