Magdeburg/Ärztekammer. Die jüngst vom Innenministerium Sachsen-Anhalt veröffentlichte Unfallstatistik weist einen geringen Rückgang von Verkehrsunfällen im 1. Halbjahr 2008 auf. Dennoch gibt es alle vier Stunden einen schwer verunglückten
Verkehrsteilnehmer. "Die Situation auf den Autobahnen ist aus meiner Sicht besorgniserregend. Jeden Tag finden "Brummirennen" statt, die sich in unverantwortlichen Überholmanövern darstellen. Nicht selten sind auf der A2 alle drei Fahrbahnen Austragungsort unsinniger und gefährlicher Wettfahrten. Kein oder nur kurzfristiges Blinken ist die Regel", kennt Dr. Henning Friebel, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, die Gegebenheiten nur zu gut aus eigener Erfahrung.
Die Not- und Rettungsärzte werden mit den Ergebnissen dann oft schockierend konfrontiert. Dr. Henning Friebel unterstützt daher die Aussagen von Innenminister Holger Hövelmann und fordert im Interesse der Gesundheit ein generelles Überholverbot für
LKW auf zweispurigen Autobahnen. "Wir sind es uns und unserer Bevölkerung schuldig, Gefahrenquellen zu minimieren. Damit könnten auch die ohnehin knappen Ressourcen unserer Not- und Rettungsärzte geschont werden, wenn sie künftig nicht mehr so häufig zu Unfällen gerufen werden müssten", erklärt der Präsident.