Pressemitteilung vom 01.12.2008
Magdeburg/Ärztekammer. In diesem Ausbildungsjahr stellten wieder zahlreiche Arztpraxen Ausbildungsplätze für angehende Medizinische Fachangestellte (früher Arzthelferin) zur Verfügung. "Wir konnten 189 Jugendlichen und jungen Leuten - davon
sechs Männer - zu einem Berufsausbildungsvertrag verhelfen. Das sind nur zehn Verträge weniger als im vergangenen Jahr und immerhin 60 mehr als noch vor zwei Jahren", freut sich Dr. Henning Friebel, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt über
die erneut hohe Zahl neuer Ausbildungsverträge. Zugleich betonte er: "Durch das Schaffen dieser Ausbildungsstellen und des weiterentwickelten Berufsbildes sichert sich unsere Ärzteschaft gut ausgebildete medizinische Fachkräfte." Die Ärztekammer ist laut
Berufsbildungsgesetz zuständig für die Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten.
Im Ausbildungszeitraum von drei Jahren absolvieren insgesamt etwa 517 Jugendliche ihre Berufsausbildung in den Praxen. Bei etwa 3.200 Arztpraxen in Sachsen-Anhalt hat demnach statistisch gesehen jede 6. Arztpraxis eine Ausbildungsstelle geschaffen. Dr.
Friebel: "Im Bemühen um eine berufliche Zukunft junger Leute übernehmen unsere Ärztinnen und Ärzte eine große Verantwortung."
Der Ausbildungsgang zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) hat 2006 die Arzthelferinnenausbildung abgelöst. Das Berufsbild ist weiterentwickelt. Die Ausbildungsinhalte wurden in Umfang und Niveau den Erfordernissen einer modernen,
qualitativ hoch stehenden Patientenversorgung angepasst. Heute wird von den MFAs noch mehr eigenständiges Arbeiten gefordert. Stärker als zuvor werden Praxismanagement, Kommunikation mit Patienten und in der Praxis, Notfallmanagement,
Patientenorientierung und Prävention gewichtet. "Die qualitative Weiterentwicklung der Ausbildung spiegelt sich schließlich auch in einer komplexeren und längeren Prüfung wieder", blickt der Präsident voraus.
Bei der Vermittlung der ausgebildeten Medizinischen Fachangestellten unterstützt die Ärztekammer. Zwar versuchen es Diejenigen, die bisher noch keine geeignete Stelle in einer Arztpraxis gefunden haben, zunächst über die Arbeitsagentur. "Manchmal kann die Ärztekammer helfen. Wenn niedergelassene Ärzte für ihre Praxen Medizinische
Fachangestellte suchen, können sie natürlich bei uns nachfragen und wir benennen ihnen gern unsere gut ausgebildeten Absolventinnen. Dieser Service wurde in den vergangenen Monaten gut genutzt, so dass die Listen merklich ausgedünnt sind", so der Präsident.