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Ärztekammer kritisiert geplanten Ärzte-TÜV

Erfolgreiche Behandlung ist das Ziel behandelnder Ärzte

Pressemitteilung vom 16.06.2009

Magdeburg/Ärztekammer. "Ein Ärzte-TÜV ist keine sinnvolle Alternative, um die Behandlungsqualitäten von Ärzten zu bewerten. Vielmehr wäre es wichtig, alle Anstrengungen zu unternehmen, dass wieder mehr Ärzte in die eigene Niederlassung gehen und ihren Beruf am Patienten ausüben wollen. Die aktuelle Debatte um den geplanten Ärzte-TÜV geht daher in die falsche Richtung. Er verunsichert Patienten, weil anonyme Fragebögen ohne wissenschaftliche Grundlagen mit diffusen Aussagen Tür und Tor für Spekulationen öffnen", erklärt Dr. Henning Friebel, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Daher lehnt die Ärztekammer das Vorhaben des AOKBundesverbandes, Ärzte im Internet bewerten zu lassen, entschieden ab.

Patienten können nur zu einem kleinen Teil etwas über die Behandlung bei Ihrem Arzt aussagen, weil ihnen das Fachwissen fehlt. Hier sind die Qualitätsberichte der Krankenhäuser sehr viel besser geeignet, um sich eine Orientierung bei der Auswahl eines Krankenhauses oder einer Abteilung zu verschaffen. Und ab diesem Jahr werden auch für niedergelassene Ärzte Qualitätsberichte entwickelt. Sie können den Patienten bei der Auswahl eines Arztes eine sehr viel bessere Hilfestellung geben, als ein Ärzte-TÜV.

Dr. Friebel: "Sinnvoller ist es, wenn unzufriedene Patienten das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt suchen. Oftmals handelt es sich bei Unstimmigkeiten zwischen Arzt und Patient um lösbare Kommunikationsprobleme, die im Arbeitsalltag entstehen. Verursacht werden diese vor allem durch die Belastung der Ärzte mit überbordender Bürokratie". Rund 30 Prozent seiner Arbeitszeit verbringt ein Arzt heute mit Formularen der Krankenkassen oder von Behörden. Diese Zeit fehlt ihm dann beim Patientengespräch.

In Bezug auf die Patientenrechte haben Patienten heute sehr viel bessere Möglichkeiten, ihre Rechte geltend zu machen. Neben gesetzlichen Grundlagen bieten Verbände, Vereine, Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigungen und die Gutachterstellen der Landesärztekammern eine Vielzahl von Mitsprache- oder Mediationsmöglichkeiten an. "Die Statistik der Schlichtungsstelle der Ärztekammer zeigt, dass die überwiegende Anzahl an Patienten mit ihren Ärzten zufrieden ist. Von den 8090 berufstätigen Ärzten im Land und jährlich rund 16 Mio. ambulanten Behandlungen sowie rund 570.000 vollstationären Behandlungen in Krankenhäusern im gesamten Jahr 2008 wurden nur 317 Beschwerden an die Schlichtungsstelle gerichtet. Von insgesamt 314 bearbeiteten Vorgängen konnte bei 258 Verfahren kein schuldhafter Behandlungsfehler nachgewiesen werden. In 59 Fällen erfolgte die Bestätigung eines Behandlungsfehlers. Zwischen den Parteien wurde daraufhin ein Vergleich geschlossen. ?Das spricht für eine hohe Qualität der medizinischen Behandlung in unserem Bundesland", erklärt Dr. Friebel.

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