Pressemitteilung vom 20.01.2010
Die Zahl der berufstätigen Ärzte in Sachsen-Anhalt steigt leicht. Das geht aus der aktuellen Statistik der Ärztekammer Sachsen-Anhalt hervor. 8.133 Mediziner waren Ende Dezember 2009 im Land tätig - was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 43 Ärzten beträgt. Allerdings haben sich im vergangenen Jahr 115 Mediziner mehr in den Ruhestand verabschiedet, so dass nun insgesamt 2.183 Ärzte in der Statistik als Rentner geführt werden.
Auf den ersten Blick scheint diese Statistik keinen besonderen Handlungsbedarf zu offenbaren. "Wenn wir aber genauer hinschauen, dann müssen wir erkennen, dass der Anteil der Ärzte, die unter 40 Jahre alt sind, kontinuierlich sinkt. So betrug der Anteil dieser Gruppe Ende 2005 noch 22,68 Prozent. Jetzt sind es nur noch 18,27 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 339 jungen Medizinern. Diese Ärzte fehlen im Land", erklärt Dr. Henning Friebel, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.
Bei bereits landesweit 243 fehlenden Hausärzten zeigt das die Dramatik hinter diesen Zahlen. "Wenn wir nicht noch intensiver bei der Ausbildung unserer jungen Mediziner ansetzen, wird die Lücke immer weiter auseinander gehen. Wir sind seit Jahren bemüht,
die angehenden Absolventen für eine Berufsausübung am Patienten zu motivieren", so Dr. Friebel. Und die in der Ärztekammer angesiedelte Koordinierungsstelle für die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin (KOSTA) kümmert sich darum, die
Weiterbildung zum Facharzt zu vereinfachen. Das sind alles nur kleine Bausteine. "Noch wandern zu viele Medizinstudenten in berufsfremde Fächer ab. Hier werden wir in kommender Zeit aktiver für eine Arbeit am Patienten werben", so der Präsident.